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Aktuelles

Zum Jahresende möchten wir gerne noch über laufende und zukünftige Natur- und Tierschutzprojekte sowie neue Projekte im Rahmen der Tiergestützten Therapie berichten.

Tiergestützte Therapie NRW
Im Rahmen unserer tiergestützten Intervention freuen wir uns im nächsten Jahr 2 neue Häuser betreuen zu dürfen bei denen wir die tiergestützte Arbeit beginnen bzw. fortführen: einen Seniorenstift in Duisburg sowie ein Seniorenheim in Gladbeck. Wir freuen uns schon auf die Besuche!

Zudem werden wir im nächsten Jahr unseren ersten tauben Vierbeiner in der Prüfung für die Zertifizierung haben – Daumen drücken! Aber er ist ein ganz toller Hund mit einem wunderbaren Zweibeiner als Team und es wird bestimmt klappen. Unser erstes Pony nimmt im Jahr 2016 auch an der Zertifizierung teil. Das Team ist bereits erfolgreich im Einsatz und erfreut viele ältere Menschen in einer Seniorengruppe. Mehr Informationen zur Fortbildung unter www.tta-nrw.de

Auch unser Projekt Schulhund! läuft langsam an, so dass wir hoffen auch in diesem Gebiet sicherstellen zu können, dass die Vierbeiner mit Sachkenntnis und angemessen eingesetzt werden und bei ihrer anstrengenden Arbeit nicht überfordert werden. Mehr Informationen unter www.schulhund.eu

Seminare
Auch in diesem Jahr finden wieder einige Seminare statt, ganz nach unserem Motto:“ Denke global handle lokal“, werden wir Seminare zum Thema Unsere Vogelwelt, Naturschutz im eigenen Garten, Spuren im Wald und Fledermäuse anbieten. Mehr Informationen unter www.animal-advocate.de
Zudem soll ein Seminar über Parasiten bei Hunden stattfinden.

Naturschutz
Biber, Otter und Luchs – ein Kooperationsprojekt im Naturschutz.
Im Rahmen unserer unterstützenden Naturschutzprojekte und meines Biologiestudiums durfte ich diesen Herbst das Kooperationsprojekt zwischen dem Nationalpark Sumava in Tschechien und dem Bayrischen Nationalpark auf der tschechischen Seite unterstützen.

Durch das ehemalige Grenz- und umgebende Sperrgebiet bedingt konnte sich hier eine einmalige Flora und Fauna ausbreiten, unter anderem Biber, Otter und Luchs.
Um mehr über ihre Lebensweise und somit den zu schützenden Lebensraum zu erfahren, habe ich einige Monate an den Feldstudien teilgenommen und möchte hier eine kurze Übersicht über Lebensweise und Lebensräume geben.
 

Der Biber

Der Europäische Biber (Castor fiber), der semiaquatisch lebt und Gewässer und Uferbereiche bewohnt, ist das größte Nagetier Europas. Er kann eine Kopf-Rumpf-Länge von 80 - 102 cm, eine Schwanzlänge von bis zu 35 cm erreichen und bis zu 30kg schwer werden. Biber ernähren sich rein pflanzlich.
Sie sind monogam und leben in kleinen Familienverbänden, die aus den Elterntieren und ihrem ein – und zweijährigem Nachwuchs bestehen. Mit ca. 2 Jahren sind die Tiere geschlechtsreif und verlassen die Familie um sich, sofern möglich, einen neuen Lebensraum in der Nähe der Familie zu suchen. Im Sumava Nationalpark leben inzwischen zwischen 110-150 Tiere.
Ihre bevorzugte Nahrung ist Pappel und Salix, z.B. Weide.
 


Photo: Sandra Foltin

Europäische Biber legen Baue an, deren Eingänge unter der Wasseroberfläche liegen und aus mehreren Röhren bestehen, die in einem über dem Wasser liegenden Wohnkessel münden. Mit Hilfe von Dämmen staut der Biber Wasserläufe, um die Baueingänge unter Wasser zu halten.
Durch die von ihm errichteten Kanäle wird auch der Transport von Holz bewerkstelligt. Mit Hilfe der Dämme ist der Biber in der Lage, aktiv den Wasserstand in seinem Revier zu regulieren. Als „tierischer Baumeister“ hat der Biber großen Einfluss auf die Gestaltung der Landschaft und die einhergehende Veränderung im Gewässer ermöglicht eine Koexistenz von Arten fließender und stehender Gewässer und so nimmt die Artenvielfalt und Individuenzahl an Biberseen deutlich zu.


Photo: Sandra Foltin

Ursprünglich war der Biber in weiten Teilen Eurasiens zuhause, aber direkte Verfolgung und Lebensraumzerstörung führten zur großflächigen Ausrottung Anfang des 20. Jahrhunderts. Biber sind in der Kulturlandschaft nicht immer willkommen, aber durch Schutzmaßnahmen wie die im Sumava Nationalpark und natürlicher Ausbreitung findet heute vielerorts eine Wiederbesiedlung statt.
Bei uns ist der Biber streng geschützt. Die natürlichen Fressfeinde der Biber, wie Wolf oder Bär, fehlen heute und die großen Gefährdungen sind menschgemacht: verschmutzten Gewässer, ungesicherte Schleusen und Schiffsschrauben, Fischreusen, Straßenverkehr und wildernder Hunde sind heute verantwortlich für den Tod der Biber. Durch Gewässerausbau und intensive Landnutzungen fehlt es oftmals an geeigneten Biberlebensräumen.
Ein wesentlicher Beitrag zum Schutz des Europäischen Bibers besteht daher in der Sicherung und Wiederherstellung seiner Lebensräume. Artenschutzprogramme bestehen unter anderem bei uns in Nordrhein-Westfalen.


Quelle: Wildkamera Sumava Nationalpark, 2015

Der Biber ist in Anhang II und IV der FFH-Richtlinie gelistet und wird daher auch auf europäischer Ebene geschützt. Gemäß Artikel 3, Absatz 1 dieser Richtlinie müssen die Mitgliedsstaaten Schutzgebiete für das Natura-2000-Netzwerk für Habitate diese Art ausweisen und den Fortbestand oder gegebenenfalls die Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes gewährleisten.
 


Der Otter

Der Fischotter (Lutra lutra) gehört zu der Familie der Marder und sein bevorzugter Lebensraum sind flache Flüsse mit zugewachsenen Ufern und Überschwemmungsebenen. Der Rückgang dieser Habitate hat dazu geführt, dass der Fischotter an vielen Stellen extrem selten geworden ist. Der Fischotter ist relativ anspruchslos und kommt mit allen Arten von Süßwasser-Lebensräumen zurecht, solange die Gewässer klar und fischreich sind und ihm ausreichend Versteckmöglichkeiten entlang der Ufer bieten. Seinen Bau hat der Fischotter im Uferbereich dessen Eingang etwa 50 Zentimeter unter der Wasseroberfläche liegt; die Wohnkammer befindet sich über der Hochwassergrenze und bleibt trocken. Ein Luftschacht verbindet sie mit der Außenwelt.

Der Großteil seines Beutespektrums stellen Fische dar, wobei er überwiegend kleine Fischarten erbeutet und darunter langsame und geschwächte Tiere - deswegen hat er eine wichtige Rolle bei der Gesunderhaltung der Fischbestände.
Der Fischotter kann bis zu 130 Zentimeter lang werden, mit einer Schulterhöhe von 25cm bis 30cm und einem Gewicht von bis zu 12kg. Sein Fell ist braun und mit zunehmendem Alter färben sich Kehle und Vorderhals weißlich. Besonders ist die Struktur seiner Haare – sind sie wie ein Reißverschluss miteinander verzahnt und bieten eine wirkungsvolle Isolation gegen Nässe und Kälte.

Zu den Feinden des Fischotters zählen Wolf, Luchs und Seeadler, in Europa jedoch primär freilaufende Hunde und der Mensch: Lebensraumzerstörung und die Verschmutzung der Gewässer, Nahrungsverknappung, Straßenverkehr und Fischreusen sind die Haupttodesursachen der Fischotter. In Deutschland sind die Fischotterbestände trotz Unterschutzstellung zurückgegangen. Grund hierfür sind vor allen Dingen die Verbauung von Gewässern, Trockenlegungen von Lebensräumen und Abholzen der Ufervegetation. Des Weiteren sind Schwermetalle, Pestizide und polychlorierte Biphenyle ein Grund dafür, dass Fischotter nicht mehr in der Lage sind sich fortzupflanzen.
Der Fischotter ist von daher in vielen Regionen bedroht und größere Bestände gibt es nur noch in Tschechien, Ostdeutschland und im Bayrischen Wald.
Hier aber wir einige Bilder machen können die Biber und Otter im selben Revier zeigen. Sie können also durchaus koexistieren und sich einen Lebensraum teilen.
So gehört auch die Weiterbildung und Berichterstattung dieser gefährdeten Tier sicher zum Naturschutz, denn auch bei uns siedeln sich diese Arten wieder an – also Augen auf nach Spuren und viel Freude beim erforschen und lernen über diese Tiere!
 


Der Luchs

Nach dem Bären und dem Wolf ist der Luchs (lynx lynx) das größte europäische Landraubtier. Über viele Jahrzehnte wurde er stark verfolgt und nachdem die Art durch gezielte Ausrottungsmaßnahmen verschwunden war, wanderte sie erst ab etwa 1950 aus angrenzenden Siedlungsgebieten wieder ein und wurde, im Rahmen von Schutzprogrammen, auch wieder angesiedelt.

Der Luchs ist mit einer Kopfrumpflänge zwischen 80 und 120 Zentimetern und einer Schulterhöhe von 50 bis 70 Zentimeter die größte Katze Europas. Seien großen Pranken funktionieren wie Schneeschuhe und verhindern ein Einsinken im Winter. Seine Trittspuren, mit einer Breite von fünf bis sieben Zentimetern für die Vorderpranke und vier bis sechs Zentimetern für die Hinterpranke sind damit ca. dreimal so groß wie die einer Hauskatze.

Der Luchs hat einen ausgeprägten Backenbart, den er weit abspreizen kann und der wahrscheinlich als Reflektor von Schallquellen dient sowie der Kommunikation unter Artgenossen. Auch seine Haarpinsel an den Ohren dienen der Verstärkung von Geräuschquellenortung, bspw. von Beutetieren.

Die Fellzeichnung ist individuell unterschiedlich und wird in mehrere Grundtypen eingeordnet:


Quelle: Karin Thüler: Spatial and Temporal Distribution of Coat Patterns of Eurasian Lynx (Lynx lynx) in two Re-introduced Populations in Switzerland KORA Bericht Nr. 13 e June 2002

Verschiedene Typen sind in verschiedenen Regionen vertreten. So gibt es im Sumava Nationalpark primär Rosettenzeichnung und große Punkte. In Deutschland wurden die letzten Luchse 1818 im Harz, 1846 auf der Schwäbischen Alp und im Bayrischen Wald getötet. Durch Auswilderungsprojekte sind heute die Alpen, der Jura, der Harz und der Böhmerwald wieder besiedelt. Einige Tiere waren bereits in den 1950er Jahren aus Tschechien über die Grenze in den Bayrischen Wald eingewandert.


Quelle: Wildkamera Sumava Nationalpark. Dr. Ludek Bufka.

Als Lebensraum braucht der Luchs große Waldareale mit dichten Unterholz und ideale Voraussetzungen für die Jagd bieten ihm Wälder mit Altholzinseln, Lichtungen, felsigen Hänge und morastige Zonen. Reviergrößen hängen stark von der Walddichte und –struktur, den Deckungsmöglichkeiten, der Dichte von potentiellen Beutetieren, der Besiedelung durch Menschen sowie den topografischen Verhältnissen ab.



Quelle: Wildkamera Sumava Nationalpark. Dr. Ludek Bufka

Sein Beutespektrum umfasst praktisch alle im jeweiligen Lebensraum vorhandenen kleinen und mittelgroßen Säuger und Vögel. Bevorzugte Beute ist das Reh und das Verbreitungsgebiet des Rehs deckt sich weitgehend mit dem des Luchses.
Der Luchs lebt als Einzelgänger, der vor allem in der Dämmerung und nachts jagt. Der Luchs ist ein Überraschungs- oder Lauerjäger, der seine Beute vor allem an regelmäßig begangenen Wildwechseln schlägt. Er jagt nach Katzenart durch Auflauern oder Anschleichen mit abschließendem Anspringen, beziehungsweise einem Kurzspurt von meist unter 20 Meter Länge. Bei diesen Kurzsprints kann der Luchs eine Geschwindigkeit von fast 70 km/h erreichen. Zu ihren Rissen kehren Luchse in der Regel mehrfach zurück. Sie nehmen dabei pro Nacht zwischen 1 und 2,7 Kilogramm Fleisch auf.

Die Pärchen finden meist nur zur Paarungszeit zwischen Februar und April zusammen. Die Jungtiere, meist 1-3, werden von der Mutter aufgezogen da Luchse Einzelgänger sind. Die Sterblichkeit der Jungtiere ist sehr hoch, bedingt durch Verkehrsunfälle sowie in geringerem Maße durch Krankheiten und durch Wilderei sowie gezieltes Vergiften der Tiere. Genaue Bestandszahlen im Nationalpark sind schwer zu ermitteln, da der Luchs grenzübergreifend migriert und Reviere oft sehr groß sind.

Der Gesamtbestand in Europa wird derzeit auf etwa 7000 Luchse geschätzt, während weltweit etwas weniger als 50.000 Tiere leben. Die erfolgreiche Wiederansiedelung in Mittel- und Westeuropa kann aber noch nicht als völlig gesichert gelten, da sich erst erweisen muss, ob die etablierten Populationen langfristig überlebensfähig sind.

 

 

 

Animal Advocate e.V.
Sandra Foltin
Dorstener Str. 525
46119 Oberhausen

Tel: 0208 6988177
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